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Fastenzeit – Sinn oder Unsinn?

Am 14.02. beginnt die Fastenzeit im Christentum und endet am 27.03.2018 – 40 Tage Fastenzeit, die der Vorbereitung auf Ostern dienen. Diese 40 Tage sollen erinnern, dass Jesus Christus fastend und betend in der Wüste verbrachte. Es gibt mittlerweile verschiedenen Formen des Fastens, z.B. völliger Verzicht auf feste Nahrungsmittel, Verzicht auf alkoholische Getränke, Sexualität, Zucker, Verzicht auf tierische Nahrungsmittel etc. Die vermutlich – in unserem Kulturkreis – strengste Fastenform ist das sogenannte „Entgiften“ / „Heilfasten“:

Heilfasten 

Die Idee ist den Körper durch den Verzicht auf Nahrungsmittel und der Zufuhr von sehr viel Flüssigkeit zu entschlacken. Mittlerweile ist sich hier jedoch die Wissenschaft recht einig, dass dass völliger Quatsch ist – hier die Gründe: 

Unser Darm ist kein starres Element, indem sich etwas festsetzen kann 

Unser Darm hat nichts gemein mit einem steifen Ofenrohr, an dessen Wänden Unrat festklebt. Vielmehr halten Muskeln seinen Inhalt permanent in Bewegung. Spezialisierte Zellen bilden Schleim, damit die Nahrung durch den Verdauungskanal hindurchgleiten kann. Die Schleimhaut des Dünndarms stößt immerfort Zellen ab. Da setzt sich nichts fest. Ergo muss auch nichts „gereinigt“ werden.

Es gibt keine Ablagerungen in Form einer Schlacke o.ä. im Körper 

Der Darminhalt hat nichts mit den harten Brocken einer Ofenschlacke zu tun. Er ist durchsetzt von etwa sieben Litern Verdauungssäften, einem fein austarierten Gemisch, das mehrere Organe bereitstellen. Zugleich betreibt der Darm einigen Aufwand, um den Nahrungsresten gegen Ende des Verdauungsvorgang den Großteil dieser Flüssigkeit wieder zu entziehen und sie damit für die Ausscheidung vorzubereiten. In einem gesunden menschlichen Körper gibt es keine Ansammlung von Schlacken und Ablagerung von Stoffwechselprodukten. „Nicht verwertbare Stoffe werden über den Darm und die Nieren ausgeschieden“, stellt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) klar.

Es ist kein Nutzen nachgewiesen 

Bisher fehlen die wissenschaftlichen Beweise, dass Heilfasten einen positiven Nutzen für unseren Körper oder unserer Gesundheit haben kann. Unser Körper ist mit wunderbaren Stoffwechselprozessen ausgestattet und in der Lage unnütze Stoffe aus der Nahrung regelmäßig auszuscheiden, giftige Stoffwechselprodukte werden nicht angehäuft.

Fazit

Fasten, Fastenkur, Heilfasten etc. bringt euch NICHTS. Eine grundsätzlich gesunde Ernährung bringt euch Gesundheit und hält euch fit. Nicht umsonst heisst es „Du bist was du isst“ – und das das ganze Jahr über.
Achtet viel lieber auf euren Säure- / Basenhaushalt. Hier gibt es aktuelle Studien mit verblüffenden Ergebnissen.
Hierzu schreiben wir euch in den nächsten Tagen was ihr dazu wissen müsst und wie ihr das sehr sehr einfach umsetzen könnt.

Wenn ihr euch dennoch fest vorgenommen habt zu fasten, dann habe wir einen Tipp für euch. Es gibt ein „Fasten“ was aktuell im Fokus der Wissenschaft steht, da es sehr positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat.
Eines vorweg: Es ist ein Fasten ohne Verzicht. ;o)  Dennoch ist es herausfordernd – versprochen. 

Intermittierendes Fasten

Eine mögliche andere Form des Fastens ist das sogenannte intermittierende Fasten. Das intermittierende Fasten beschreibt nicht etwa eine spezielle Form des typischen Fastens, es bezeichnet hingegen einen bestimmten Essrhythmus. Man isst dabei also – im Vergleich zum echten Fasten – sehr wohl, nur eben zu bestimmten Zeiten und vor allem nur in bestimmten Zeitabständen. Man wechselt dabei zwischen Zeiten der normalen Nahrungsaufnahme und der Nahrungskarenz. Die Annahme ist, dass die Risiken für altersbedingte Krankheiten dadurch reduziert werden, das Abnehmen leichter gelingt, wir deutlich mehr Energie haben, weniger Schlaf brauchen, schneller regenerieren. Der Schlüssel ist ein Wunderstoff den der Körper bei dieser Art der Ernährung selbst bildet: Ketone.

Intermittierendes Fasten soll der ursprünglichsten Form unserer Nahrungsaufnahme entsprechen. Warum? Für uns moderne Menschen ist es normal, ein kontinuierliches Nahrungsangebot zur Verfügung zu haben. Schliesslich gibt es im Supermarkt zu jeder Zeit alles, was unser Herz begehrt – und das auch noch im Überfluss. Für unsere Vorfahren, die als Jäger und Sammler lebten, war dies nicht der Fall. Nahrung stand dann zur Verfügung, wenn das Wild erlegt wurden oder entsprechende Nahrungsmittel gefunden wurden, aber längst nicht zu jeder Zeit. Unfreiwillige Fastentage waren keine Seltenheit. Unser Körper und unser Immunsystem ist über jahrtausende grundsätzlich genau so programmiert. Längere Phasen von Karenz, kurze Phasen der Nahrungsaufnahme. 

Es wechseln sich grundsätzlich die Phasen der Nahrungsaufnahme und die Phasen wo keine Nahrung aufgenommen wird ab. Es unterscheiden sich drei Basis-Varianten:

Leangains – die 16/8 Methode

Bei der Leangains – 16/8 Methode wird das Frühstück ausgelassen und die tägliche Essenszeit auf 8 Stunden beschränkt. Zum Beispiel von 14Uhr – 22Uhr. Die Leangains Methode ist die gängigste unter den Fasten-Modellen und auch die beliebteste. Sie ist prima in den Alltag einzubauen und man gewöhnt sich sehr schnell daran.

Warrior Diät – die 20/4 Methode

Hierbei wird grundsätzlich den ganzen Tag gefastet und innerhalb von 4 Stunden alles gegessen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass du über den Tag verteilt kleine Mengen an Obst und Gemüse zu dir nehmen darfst und innerhalb der 4 Stunden dann richtig isst.

Eat-Stop-Eat

Hierbei handelt es sich um 24 Stunden fasten. An 1-2 Tagen pro Woche wird komplett gefastet und an 5-6 Tagen normal gegessen.

Aktuelle Studien Intermittierendes Fasten verbessert die Gesundheit

  • Intermittierendes Fasten reguliert den Blutzuckerspiegel – Das intermittierende Fasten führt zu verminderten Blutzucker- und Insulinwerten.
  • Intermittierendes Fasten senkt Bluthochdruck – In Versuchen mit Nagetieren und anderen Spezies, die seit Beginn des 20. Jahrhunderts durchgeführt wurden, konnte wiederholt bestätigt werden, dass intermittierendes Fasten zur Verbesserung all dieser Werte führt. Einheitliche Studien am Menschen sind bisher nicht in demselben Mass durchgeführt worden, jedoch konnten bei stichprobenartigen Untersuchungen fastender Menschen ähnliche Beobachtungen gemacht werden.
  • Intermittierendes Fasten reguliert Cholesterinspiegel – vergleichend herangezogen werden auch Untersuchungen, die bei fastenden Muslimen während dem Fastenmonat Ramadan gemacht wurden. Hierbei handelt es sich ja im Grunde ebenfalls um eine Art intermittierendes Fasten. Man isst nur nach Sonnenuntergang, womit sich die Zeit der Nahrungsaufnahme – hier zwar aus religiösen und weniger aus gesundheitlichen Gründen – auf nur wenige Stunden pro Tag beschränkt.So konnten bei den Fastenden reduzierte Werte der potentiell gefässschädigenden LDL-Cholesterine bei gleichzeitigem Anstieg der gefässprotektiven HDL-Cholesterine gefunden werden.Dies legt den Schluss nahe, dass neben den oben genannten Werten (Blutzucker und Blutdruck) auch die Blutfettwerte durch das intermittierende Fasten günstig beeinflusst werden können.

Grundsätzlich kann man festhalten, dass zwar eine Art Entschlackung keine positiven Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben, sicherlich jedoch mindestens Mal ein bewusster Umgang mit den Thema Ernährung. Gehen wir bewusst mit unserer Ernährung um, hat es zwangsläufig positive Effekte. Vielleicht ist jetzt eine gute Gelegenheit eine zuckerfreie Zeit einzuläuten oder den Verzicht auf Alkohol oder tierische Produkte. Vielleicht legt Ihr damit den Grundstein für eine grundlegend gesunde und bewusste Ernährung. Es liegt an euch.
Wir freuen uns auf eure Entscheidungen positiv etwas bei eurer Ernährung zu ändern und sind wie immer für euch da. Bei Fragen schreibt uns einfach eine Email.

Da wir schon viele Fragen zu dem Thema bekamen hier bereits ein paar Hinweise.

Solltest du eine Fastenphase machen, beachte bitte: 

  • Keine Kalorien in der Fastenzeit
  • In der Fastenzeit ist Wasser und Tee erlaubt
  • Wenn in der Fastenzeit trainiert wird, nimm vor dem Training 10g BCAA zu dir
  • Achte darauf, dass du nach dem Training noch Zeit zum Essen hast
  • Versuche dich an die Zeiten zu halten, damit sich dein Körper darauf einstellen kann

Grundsätzlich entscheidend für eure Gesundheit ist und bleibt, wie ihr euch im Durchschnitt der 365 Tage im Jahr ernährt – mehr zur gesunden Ernährung findet ihr hier.

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1 comment

  1. ein wirklich interessanter Beitrag meine Liebe!
    persönlich habe ich noch nie im klassischen Sinne zur Fastenzeit gefastet … man kann natürlich auch anders „fasten“ und z.B. auf eine Gewohnheit verzichten – vor 3 Jahren habe ich bspw. mal auf Konsumgüter verzichtert 😉

    aber ich mache tatsächlich auch Intermettend Fasting, schon seit gut 4 Jahren inzwischen. allerdings ist das keine bewusste Entscheidung des Fastens wegen, sondern eine Gewihheit, weil ich vormittags eh nicht gerne esse 😉

    hab wundervolle Ostertage meine Liebe und liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

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